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„Entweder er ist unschuldig – oder der perfekteste Verbrecher aller Zeiten.“

„Entweder er ist unschuldig – oder der perfekteste Verbrecher aller Zeiten.“
In den USA beginnt im September der Gerichtsprozess über den Schweden Roman Sterlingov. Ihm wird vorgeworfen, den Mixer Bitcoinfog betrieben zu haben. Doch bei dem Prozess, erklärt sein Anwalt Tor Ekeland, geht es um viel mehr.
Falls ihr heute einen schlechten Tag habt, weil, sagen wir, die Kantine kalt blieb, jemand auf Twitter etwas Dummes gesagt hat oder es schon wieder so ätzend windet – dann stellt euch vor, ihr wärt Roman Sterlingov.
Roman Sterlingov ist ein Schwede russischer Herkunft und 33 Jahre alt. Im Frühjahr 2021 flog er in die USA, um eine Pilotenausbildung zu machen – und kehrte nicht mehr zurück. Unmittelbar nach der Landung in Los Angelos wurde er verhaftet. Seitdem wohnt er in einer 60-Personen-Zelle irgendwo in North Virginia, und geht es nach dem Staatsanwalt, wird er Schweden für eine sehr lange Zeit nicht mehr sehen.
Roman Sterlongov sei, meint sein Anwalt Tor Ekeland, der „sauberste Klient, den ich jemals hatte. Er ist komplett unschuldig, sitzt aber seit zwei Jahren im Gefängnis, 6.000 Meilen von seiner Heimat entfernt, an einem Ort, an dem er niemanden kennt.“ Tor Ekeland ist ein New Yorker Anwalt, der dafür bekannt ist, Hacker und Internettrolle zu verteidigen, etwa den rechtsradikalen Hacker Andrew Auernheimer.
Doch einen solchen Fall, versichert er, hatte er bisher noch nicht. Tatsächlich deutet alles darauf hin, dass der Fall Roman Sterlingov Rechtsgeschichte schreiben wird, egal, wie er ausgeht.
Keine Zeugen, keine Chats, keine Dokumente
Dem Schweden wird vorgeworfen, den Mixer Bitcoinfog.com betrieben zu haben. Bitcoinfog war einer der ersten Mixer, durch den man die Kette der Bitcoin-Transaktionen verwischen konnte; er hat ab etwa 2011 die frühe Phase der Bitcoin-Kriminalität begleitet.
Über Bitcoinfog wurden laut Klage 336 Millionen Dollar gewaschen. Das organisiert zu haben ist ein schweres Delikt; wenn Sterlingov dafür verurteilt wird, wird er für eine lange Zeit in ein US-Gefängnis eingesperrt werden.
Was den Fall aber so einzigartig macht, ist die extreme Einseitigkeit der Beweise. Falls man überhaupt davon sprechen kann. „Es gibt keine Augenzeugen, niemanden, mit dem Roman über den Mixer gesprochen hat, keine Chat-Protokolle, keine Dokumente – absolut nichts,“ erzählt Tor, „nichts als Blockchain-Analysen und IP-Zuweisungen.“
Tor Ekeland beim Roadtrip von New York nach Washington D.C.
Die IP-Analysen führen über einige kurvige Windungen zu Sterlingov. Sie beweisen angeblich, dass der Schwede über ein VPN die E-Mail-Adresse registriert hatte, über die die Domain Bitcoinfog.com angemeldet wurde. Die war übrigens nicht die Domain des Mixers, sondern eine Seite, die Werbung für diesen machte.
Die Blockchain-Analysen hingegen stammen vom Anbieter Chainalysis. Sie zeigen angeblich, dass Bitcoins, die Sterlingov bei einer Börse einzahlte, nicht nur durch einen Mixer gingen, sondern auch Anteile der Gebühren enthielten, die Bitcoinfog eingenommen hatte. Oder so. Daneben zeigen die Analysen angeblich auch, dass Sterlingov im Testnet – oder mit einer Testseite – Transaktionen mit Bitcoinfog ausführte – oder mit einem Protokoll, das ähnlich funktionierte wie Bitcoinfog. Es ist relativ undurchsichtig.
„In Wahrheit hat Roman 2011 ein Monatsgehalt gegen Bitcoin gewechselt. Auf einem Bitcoin-Meetup hat ihm jemand empfohlen, einen Mixer zu verwenden, um seine Privatsphäre zu wahren, und er fand das einen gute Idee,“ erklärt Michael Hassard. Der Anwalt arbeitet für Tor Ekeland, er hat den Fall zu ihm gebracht. „Roman hatte Bitcoins auf Mt. Gox, hat sie gemixt und dann zu einer Börse überwiesen. Das ist nicht illegal. Sie behaupten, das Geld komme aus Gebühren von Bitcoinfog, aber wenn das so wäre, hätte er viel mehr Geld.“
„Wir haben Chainalysis gebeten, uns den Code zu zeigen, aber sie haben sich geweigert, weil die Software urheberrechtlich geschützt ist.”
Michael Hassard vor dem Gerichtsgebäude bei einer Statue von William Blackstone, dem Verfasser des Kommentars zum Gesetz von England.
Roman Sterlingov ist der erste Internet-Kriminelle, der ausschließlich auf Basis von IP- und Blockchainanalysen angeklagt wird. Das macht den Fall so wichtig.
„Als sie Ross Ulbricht verhafteten, hatten sie eine Menge Beweise, sie erwischten ihn ja in flagranti vor seinem Laptop in der Bibliothek,“ erklärt Tor. „Aber hier – nichts. Sie ermitteln seit sieben Jahren und stecken Millionen von Dollar rein. Sie haben ihn überwacht, sie haben seine Laptops beschlagnahmt. Und sie haben nichts! Ich hatte noch niemals einen Computer-Kriminellen, der keine Spuren hinterlassen hat. Entweder er ist unschuldig – oder er ist der perfekteste Verbrecher aller Zeiten.“
Tor und Michael bestreiten nicht nur, dass Roman Sterlingov Bitfog betrieben hat: Sie bestreiten, dass IP-Adressen und Blockchain-Analysen allein für eine Verurteilung ausreichen. Ihr Fall wird darüber entscheiden, welchen Stellenwert Blockchain-Analysen vor Gericht haben. Sind sie nur ein Indiz – oder können sie auch ein Beweis sein?
Tatsächlich gibt es gute Argumente dafür, dass solche Analysen, zumindest derzeit, keinen Beweis abgeben können. Etwa die vermeintliche Unabhängigkeit von Chainalysis, dem Unternehmen, das die Analysen bereitstellt: „Das ist ein Startup mit einer Bewertung von acht Milliarden Dollar. Wenn es eine Pressemitteilung veröffentlicht, dass die Polizei mit seinen Daten jemanden festgenommen hat, steigt sein Marktwert. Chainalysis hat eine starke Confirmation Bias -Anreize, den Wert der eigenen Analysen höher einzuschätzen als er ist.“
Aber wer kann es sonst einschätzen? Die Blockchain-Analyse ist schwierig zu verstehen und undurchsichtig. Die Richter verstehen nicht, wie diese Daten entstehen, und sie können nicht beurteilen, wie zuverlässig sind. Auch die Jury kann dies nicht.
Auch für Tor Ekeland ist es schwierig. Chainalysis gibt ihm zwar die Resultate, hält aber die Methode zurück. „Wir haben Chainalysis gebeten, uns den Code zu zeigen, aber sie haben sich geweigert, weil die Software urheberrechtlich geschützt ist.“ Das ist zwar verständlich, da der Code das Kapital von Chainalysis ist, und das Unternehmen kaum wollen kann, dass die Anwälte den Code anderen Experten enthüllen, womöglich der Konkurrenz. Doch für Tor Ekeland ist es „zum Verrücktwerden. Sie geben uns nicht die Inputs und nicht den Code, sondern nur die Outputs.“
Ein Missbrauch eines Instruments
Woher weiß man also, dass die Analysen treffen? Woher, dass Chainalysis nicht lediglich eine Wahrscheinlichkeit gefunden hat und diese als sicheren Treffer verkauft? Würden ander Analysten mit denselben Daten zu anderen Ergebnissen kommen? Und wie erklärt man all das dem Richter und der Jury?
Das sind die Fragen, mit denen Tor Ekeland und Michael Hassard ringen. „Es gibt keine Standardmethoden, die alle kennen. Meistens sind Cluster-Analysen, aber fehlen im Peer Review geprüften Paper, die sagen, wie zuverlässig sie sind. Wir kennen ein Paper, das aus dem Umfeld von Chainalysis selbst stammt, und sogar es sagt, dass die Resultate wenig belastbar sind.“ Das sei auch das, ergänzt Michael, was ihm viele Experten bestätigten, mit denen er rede: Blockchain-Analysen führen selten zu sicheren Resultaten, sondern erbringen meist nur Wahrscheinlichkeiten.
Solche Wahrscheinlichkeiten geben gute erste Indizien ab, um weitere Ermittlungen einzuleiten, die im besten Fall zu stärkeren Indizien und Beweisen führen. Diese Rolle können Blockchain-Analysen spielen. Doch im Fall von Roman Sterlingov werden sie als etwas anderes verwendet – als alleinigen Beweis. Und dies, so der Punkt, den Tor und Michael nach Hause bringen wollen, überstrapaziert ihre Beweiskraft. Man kann niemanden wegen einer Wahrscheinlichkeit für Jahrzehnte ins Gefängnis bringen!
Tor und Michael auf der Fahrt zurück nach New York.
Selbst wenn Roman der perfekte Verbrecher wäre, der keine einzige weitere Spur hinterlassen hat außer einigen IP-Adressen und Bitcoin-Transationen – selbst dann wäre seine Verurteilung ein gruseliges Signal: Es würde bedeuten, dass Leute für immer ins Gefängnis müssen, weil ein Unternehmen die Blockchain analysiert hat, obwohl weder Richter noch Jury bewerten können, wie valide die Analyse ist. Es wäre, anders gesagt, ein Verfahren, das nur noch wenig mit schuldig und unschuldig zu tun hat, und das praktisch jeden hinter Gitter führen könnte. Das Wort eines nicht unabhängigen privaten Unternehmens entscheidet über Freiheit oder Haft. Wer wagte es, ein solches Unternehmen zu kritisieren oder anzuzeigen?
Im September wird die Gerichtsverhandlung beginnen. Tor Ekeland hat in mehreren Anhörungen versucht, Roman auf Kaution aus dem Gefängnis und sein Geld frei zu bringen. Bisher ohne Erfolg. Doch er ist optimistisch, dass er den Richter auf seine Seite ziehen wird. Denn sein Klient sei unschuldig. „Er ist so unschuldig, dass er noch nicht mal etwas Falsches sagen kann. Normalerweise sagt man Klienten, dass sie nichts sagen sollen. Bei ihm ist das nicht nötig.“

Tor Ekeland und Michael Hassard suchen derzeit nach Hilfe in der Bitcoin-/Krypto-Community. um Blockchain-Analysen besser zu verstehen. Dafür touren sie auch durch Europa. In Berlin kann man sie etwa am 25. April im Bitcoin Lab kennenlernen, in Zürich im Volkshaus schon am 19. April.

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